Videomanagement und PSIM

Videomanagement und PSIM – Sicherheit intelligent vernetzen

Moderne Sicherheitskonzepte bestehen längst nicht mehr nur aus Kameras und Aufzeichnungssystemen. Erst das intelligente Zusammenspiel von Videoüberwachung, Zaun- und Perimetersensorik, Zutrittskontrolle, Gefahrenmeldetechnik sowie mobilen Systemen wie Robotern und Drohnen schafft ein vollständiges Lagebild.

Wir realisieren skalierbare Videomanagement- und Sicherheitsmanagementlösungen, die Ereignisse aus unterschiedlichen Systemen in einer zentralen Bedienoberfläche zusammenführen. Alarme werden nicht nur angezeigt, sondern automatisch geprüft, miteinander korreliert und in definierte Reaktionsabläufe überführt.

Weniger Fehlalarme
Kürzere Reaktionszeiten
Mehr Handlungssicherheit
Ein Ereignis statt drei Meldungen
Zaunalarm — Abschnitt 14
Zaunmeldesystem · 02:47:15
Radarerfassung — Objekt im Perimeter
Radarsensorik · 02:47:18
Videoanalyse — Person klassifiziert
KI-Objektklassifikation · 02:47:21
Ein korreliertes Ereignis
Maßnahmenplan aktiviert · Leitstelle informiert
Vom VMS zur Plattform

Vom Videomanagement zur integrierten Sicherheitsplattform

Ein Videomanagementsystem, kurz VMS, verwaltet Livebilder, Aufzeichnungen, Kameras, Videoanalysen und Benutzerrechte. Leistungsfähige Plattformen gehen heute deutlich weiter: Sie binden zusätzliche Sensoren und Sicherheitssysteme ein und übernehmen damit zunehmend Aufgaben eines Physical Security Information Management Systems — kurz PSIM.

Ein PSIM-orientierter Ansatz verbindet Informationen aus verschiedenen Sicherheitsgewerken und stellt sie in einem gemeinsamen operativen Kontext dar. Ein Zaunalarm, eine Radarerfassung und die Klassifikation einer Person durch Videoanalyse werden nicht als drei einzelne Meldungen behandelt, sondern als zusammengehöriges Ereignis.

So entsteht aus einzelnen technischen Meldungen ein bewertbares Lagebild.

Integrationstiefe

Eine Plattform für Kameras, Sensoren und autonome Systeme

Je nach Aufgabenstellung integrieren wir unter anderem:

IP-, Wärmebild-, Multisensor- und PTZ-Kameras verschiedener Hersteller
Kamerabasierte Videoanalyse und KI-gestützte Objektklassifikation
Zaunmeldesysteme und faseroptische Detektionssysteme
Radar-, LiDAR-, Infrarot- und Bodensensorik
Einbruchmelde- und Zutrittskontrollsysteme
Intercom-, Lautsprecher- und Beschallungssysteme
Kennzeichenerkennung und Fahrzeugmanagement
Mobile Sicherheitsroboter
Drohnen und Drone-in-a-Box-Systeme
Gebäude-, Leitstellen- und IoT-Systeme

Offene Schnittstellen, standardisierte Protokolle und herstellerspezifische Integrationen ermöglichen es, bestehende Komponenten weiterzuverwenden und die Sicherheitsarchitektur schrittweise auszubauen.

Vom Alarm zur Reaktion

So kann ein automatisierter Sicherheitsprozess aussehen

Ein Perimetersensor erkennt außerhalb der Betriebszeiten eine Bewegung an einem besonders geschützten Zaunabschnitt. Das Sicherheitsmanagementsystem führt daraufhin automatisch mehrere Schritte aus:

  1. 1Der betroffene Bereich wird auf der Lagekarte hervorgehoben.
  2. 2Benachbarte PTZ- und Wärmebildkameras fahren auf die Ereignisposition.
  3. 3Videoanalyse, Radar oder LiDAR prüfen, ob es sich um eine Person, ein Fahrzeug oder eine andere Ursache handelt.
  4. 4Die Aufzeichnungsqualität der relevanten Kameras wird erhöht.
  5. 5Der Leitstelle werden Livebilder, Sensorinformationen und der definierte Maßnahmenplan angezeigt.
  6. 6Beleuchtung, Lautsprecherdurchsagen oder weitere Ausgänge können aktiviert werden.
  7. 7Bei entsprechender Integration kann ein Sicherheitsroboter oder eine Drohne zur Ereignisposition entsandt werden.
  8. 8Wird der Alarm nicht innerhalb eines vorgegebenen Zeitfensters bearbeitet, erfolgt eine automatische Eskalation.
  9. 9Alle Meldungen, Bedienhandlungen und Videosequenzen werden nachvollziehbar dokumentiert.

Welche Schritte vollständig automatisiert und welche erst nach Freigabe durch einen Operator ausgeführt werden, wird anhand des Risikos, der betrieblichen Prozesse und der regulatorischen Anforderungen festgelegt.

Ereignisgesteuerte Abläufe

Automatisierung entlastet die Leitstelle

Besonders die großen Plattformen ermöglichen komplexe, ereignisgesteuerte Abläufe. Dabei können Zeitpläne, Sensorzustände, Videoanalyse, Zutrittsereignisse und externe Daten miteinander kombiniert werden. Typische Automatisierungen sind:

Alarmqualifizierung

Ein Alarm wird erst ausgelöst, wenn beispielsweise Zaunsensorik und Videoanalyse übereinstimmende Ereignisse melden.

Automatische Kameraaufschaltung

Kameras werden abhängig von Ereignisposition und Blickrichtung aufgeschaltet oder auf eine PTZ-Position bewegt.

Dynamische Aufzeichnung

Bildrate, Auflösung oder Aufzeichnungsprofil werden im Ereignisfall angepasst.

Aktive Intervention

Beleuchtung, Sirenen, Lautsprecherdurchsagen oder digitale Ausgänge werden angesteuert.

Eskalation und Benachrichtigung

Meldungen werden rollen-, zeit- und prioritätsabhängig an Leitstelle, Werkschutz oder externe Stellen weitergegeben.

Roboter- und Drohneneinsatz

Autonome oder teilautonome Systeme können zur Verifikation und Lageerkundung disponiert werden.

Geführte Maßnahmenpläne

Operatoren erhalten abhängig vom Ereignistyp konkrete Arbeits- und Prüfschritte.

Systemüberwachung

Geräteausfälle, Speicherprobleme oder unterbrochene Verbindungen werden erkannt und weitergemeldet.

Dokumentation und Reporting

Ereignisverlauf, Reaktionszeiten und Bedienhandlungen werden automatisch protokolliert.

Genetec unterstützt beispielsweise kombinierte Auslöser wie Videoanalyse und LiDAR-Erfassung sowie automatisierte Geräte- und Wartungsprozesse. Mit Genetec Mission Control lassen sich zusätzlich standardisierte Maßnahmenpläne und koordinierte Incident-Workflows abbilden. Genetec Automation, Genetec Mission Control

Auch Milestone XProtect verfügt über eine zentrale Rule Engine. Ereignisse von Kameras, Sensoren und über die MIP-Plattform angebundenen Fremdsystemen können damit Benachrichtigungen, Kameraaktionen, Aufzeichnungen oder externe Funktionen auslösen. Milestone XProtect Rule Engine

Herstellerunabhängig beraten

Unsere Plattformen

On-Premises

Genetec Security Center On-Premises

Genetec Security Center ist eine umfassende Unified-Security-Plattform. Videoüberwachung, Zutrittskontrolle, Kennzeichenerkennung, Kommunikation, Einbruchmeldetechnik und weitere Sicherheitssysteme können in einer gemeinsamen Umgebung betrieben werden.

Besonders geeignet für
  • kritische Infrastrukturen und Hochsicherheitsbereiche
  • Industrie-, Logistik- und Produktionsstandorte
  • Flughäfen, Verkehrsbetriebe und öffentliche Einrichtungen
  • große Campus- und Multi-Site-Umgebungen
  • Leitstellen mit komplexen Alarm- und Maßnahmenprozessen
  • Organisationen mit hohen Anforderungen an Datenhoheit und lokale Verfügbarkeit

Über das Partnerökosystem, SDKs und spezialisierte Module lassen sich unter anderem Radar, LiDAR, Zaunsensorik, Drohnenerkennung, Roboter und autonome Drohnen anbinden. Genetec RSA Surveillance führt unterschiedliche Perimetersensoren zusammen und kann Ziele auf Karten darstellen sowie Kameras automatisch nachführen. Genetec Security Center, RSA Surveillance, Cobalt-Robotics-Integration, Drone Dispatcher

Cloud & Hybrid

Genetec Security Center SaaS

Security Center SaaS stellt die Unified-Security-Funktionen als skalierbare Cloud-Plattform zur Verfügung. Möglich sind vollständige Cloud-, Hybrid- und schrittweise Migrationsmodelle. Bestehende Kameras und lokale Systeme können über Cloud-managed Appliances und Edge-Komponenten eingebunden werden.

Besonders geeignet für
  • Unternehmen mit vielen verteilten Standorten
  • Filial-, Logistik- und Standortnetze
  • schnell wachsende Organisationen
  • Kunden mit begrenzten lokalen IT-Ressourcen
  • zentrale Sicherheitsorganisationen mit Remote-Administration
  • Unternehmen, die planbare, nutzungsabhängige Betriebskosten bevorzugen

Updates, Administration und der Rollout neuer Standorte werden vereinfacht. Video kann — abhängig vom Lösungskonzept — lokal, am Edge, in der Cloud oder kombiniert gespeichert werden. Datenhaltung, Aufbewahrungsdauer, Bandbreite und Ausfallszenarien werden projektspezifisch geplant. Genetec Security Center SaaS

Offen & videozentriert

Milestone XProtect

Milestone XProtect ist eine offene, videozentrierte Managementplattform mit einer sehr breiten Unterstützung von Kameras, Sensoren, Analyseanwendungen und Drittanbieterlösungen. Über die Milestone Integration Platform können spezialisierte Systeme und eigene Anwendungen eingebunden werden.

Besonders geeignet für
  • herstellergemischte Kameralandschaften
  • den Ausbau bestehender Videoanlagen
  • Unternehmen mit einem Best-of-Breed-Ansatz
  • mittlere bis sehr große Installationen
  • verteilte und zentral verwaltete Standorte
  • Anwendungen mit individuellen Analyse- oder Integrationsanforderungen

Die Varianten Express+, Professional+, Expert und Corporate decken unterschiedliche Größen- und Verfügbarkeitsanforderungen ab. Drohnenvideo kann über geeignete Treiber und Partnerintegrationen wie eine normale Videoquelle aufgenommen werden; weitergehende Integrationen ermöglichen auch automatisierte Drone-in-a-Box-Einsätze bei Perimeteralarmen. XProtect-Produktvergleich, Drohnenintegration in XProtect

Bosch-Ökosystem

Bosch BVMS

Bosch BVMS bietet eine besonders tiefe Integration von Bosch-Kameras, Videoanalyse, Aufzeichnung und Bosch-Sicherheitssystemen. Hinzu kommen Alarmmanagement, Lagekarten, ONVIF-Unterstützung und Integrationsmöglichkeiten zu Zutritts-, Einbruchmelde- und übergeordneten Managementsystemen.

Besonders geeignet für
  • Büro- und Verwaltungsgebäude
  • Produktions- und Lagerstandorte
  • kommunale Einrichtungen
  • lokal betriebene Videoanlagen
  • Projekte mit Bosch-Kameras und DIVAR-IP-Systemen
  • Anlagen mit besonderen Anforderungen an lokale Ausfallsicherheit

BVMS ist grundsätzlich auch in größeren und verteilten Architekturen einsetzbar. Seine Stärke liegt insbesondere im Zusammenspiel mit dem Bosch-Portfolio sowie in der integrierten Resilienz von Kamera, Recording und Management. Bosch BVMS im Überblick

Camera-to-Cloud

AXIS Camera Station Edge

AXIS Camera Station Edge ist eine leicht administrierbare Camera-to-Cloud-Lösung für kleinere und mittlere, überwiegend Axis-basierte Systeme. Ein klassischer lokaler VMS-Server ist nicht erforderlich. Aufzeichnungen können auf Edge-Speichern beziehungsweise Axis-Recordern erfolgen und optional um Cloud-Speicherung ergänzt werden.

Die Plattform unterstützt Livebild, Recherche, Videoexport, Alarmbenachrichtigungen und Axis Object Analytics. Ereignisse können außerdem Axis-Gerätefunktionen wie Audio, Lichtsignale oder Ausgänge ansteuern. Pro Site werden laut Axis bis zu 150 Videoquellen unterstützt. Für komplexe, herstellerübergreifende PSIM-Prozesse sind dagegen Genetec oder Milestone die geeignetere Basis. AXIS Camera Station Edge, technische Dokumentation

Typische Einsatzbereiche
  • einzelne Gewerbe- und Bürostandorte
  • kleinere Filialen und Handelsflächen
  • Praxen, Werkstätten und kleinere Lager
  • dezentrale Standorte ohne eigene IT-Infrastruktur
  • Axis-basierte Kamera-, Intercom-, Audio- und Analyselösungen
Orientierung

Welche Lösung passt zu welchem Einsatz?

Anforderung Geeignete Plattform
Komplexe, gewerkeübergreifende SicherheitsleitstelleGenetec Security Center
Kritische Infrastruktur mit lokaler DatenhaltungGenetec On-Premises oder Milestone XProtect Corporate
Cloudbasierte oder hybride Multi-Site-ArchitekturGenetec Security Center SaaS
Herstellerübergreifendes, videozentriertes SystemMilestone XProtect
Bosch-geprägte lokale oder mittlere InstallationBosch BVMS
Kleine, Axis-basierte Standorte mit wenig IT-AufwandAXIS Camera Station Edge
Tiefgreifende Perimeter-, Roboter- und DrohnenintegrationVorzugsweise Genetec oder Milestone mit geeigneten Partnerintegrationen
Schrittweise Modernisierung einer BestandsanlageGenetec Hybrid/SaaS oder Milestone XProtect
Auswahl mit System

Technische Planung durch AMBOS

Die Auswahl einer Plattform richtet sich nicht allein nach der Anzahl der Kameras. Entscheidend sind unter anderem:

ONVIF und RTSP ermöglichen häufig eine grundlegende Videoanbindung. Für Videoanalyse-Metadaten, Lageinformationen, PTZ-Nachführung oder bidirektionale Steuerungsfunktionen werden jedoch oft herstellerspezifische Treiber, APIs oder zertifizierte Plug-ins benötigt. Deshalb prüfen wir relevante Integrationen frühzeitig und verifizieren kritische Funktionen im Rahmen eines Proof of Concept.

  • Anzahl und Typ der Standorte, Kameras und Sensoren
  • erforderliche Integrations- und Automatisierungstiefe
  • Auflösung, Bildrate, Codec und Aufbewahrungsdauer
  • Bandbreite zwischen Standorten, Edge und Cloud
  • Hochverfügbarkeit, Redundanz und Offline-Betrieb
  • Datenschutz, Rollen- und Berechtigungskonzepte
  • vorhandene Kameras und Sicherheitsanlagen
  • notwendige Schnittstellen, Treiber und Lizenzen
  • Anforderungen an Alarmbearbeitung und Dokumentation
  • Skalierbarkeit und zukünftige Erweiterungen
Alles aus einer Hand

Von der Konzeption bis zum sicheren Betrieb

Wir begleiten den gesamten Lebenszyklus der Lösung:

01Analyse der Sicherheits- und Betriebsanforderungen
02Auswahl des geeigneten VMS- bzw. PSIM-Konzepts
03Integrations- und Automatisierungsplanung
04Server-, Storage-, Netzwerk- und Cloud-Konzeption
05Migration und Einbindung bestehender Systeme
06Konfiguration von Alarmen, Regeln und Maßnahmenplänen
07Inbetriebnahme, Tests und Dokumentation
08Schulung der Administratoren und Operatoren
09Wartung, Updates und technische Betreuung

So entsteht keine isolierte Videoanlage, sondern eine zukunftsfähige Sicherheitsplattform, die Menschen, Sensoren und automatisierte Systeme wirkungsvoll miteinander verbindet.

Wir sind für Sie da

Welche Plattform passt zu Ihrer Sicherheitsaufgabe?

Ob lokale Hochsicherheitslösung, hybride Multi-Site-Architektur oder kompakte Camera-to-Cloud-Installation: Wir entwickeln gemeinsam mit Ihnen ein System, das zu Ihren Risiken, Prozessen und vorhandenen Komponenten passt.

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Häufige Fragen

Videomanagement und PSIM in der Praxis

Die wichtigsten Fragen zu Plattformwahl, Integration und Betrieb.

Was ist der Unterschied zwischen VMS und PSIM?

Ein Videomanagementsystem verwaltet vor allem Kameras, Livebilder, Aufzeichnungen und Videoereignisse. Eine PSIM-Plattform führt zusätzlich Meldungen und Abläufe aus unterschiedlichen Sicherheitsgewerken in einem gemeinsamen Lagebild und Maßnahmenprozess zusammen.

Kann vorhandene Sicherheitstechnik weiter genutzt werden?

Häufig ja. ASG prüft Kameras, Sensoren, Schnittstellen, Protokolle und Lizenzmodelle und entwickelt daraus eine tragfähige Migrations- oder Integrationsarchitektur.

Ist eine VMS- oder PSIM-Lösung lokal, hybrid und aus der Cloud möglich?

Ja. Die geeignete Betriebsform hängt von Datenschutz, Verfügbarkeit, Bandbreite, Standortstruktur, vorhandener IT und den geforderten Reaktionsprozessen ab.

Wie beginnt ein VMS- oder PSIM-Projekt?

Am Anfang stehen Bestandsaufnahme, Schutzziele, Ereignis- und Rollenmodell sowie die Integrationsanforderungen. Anschließend werden Zielarchitektur, Plattformauswahl, Testkonzept und schrittweise Inbetriebnahme geplant.