Videomanagement und PSIM – Sicherheit intelligent vernetzen
Moderne Sicherheitskonzepte bestehen längst nicht mehr nur aus Kameras und Aufzeichnungssystemen. Erst das intelligente Zusammenspiel von Videoüberwachung, Zaun- und Perimetersensorik, Zutrittskontrolle, Gefahrenmeldetechnik sowie mobilen Systemen wie Robotern und Drohnen schafft ein vollständiges Lagebild.
Wir realisieren skalierbare Videomanagement- und Sicherheitsmanagementlösungen, die Ereignisse aus unterschiedlichen Systemen in einer zentralen Bedienoberfläche zusammenführen. Alarme werden nicht nur angezeigt, sondern automatisch geprüft, miteinander korreliert und in definierte Reaktionsabläufe überführt.
Vom Videomanagement zur integrierten Sicherheitsplattform
Ein Videomanagementsystem, kurz VMS, verwaltet Livebilder, Aufzeichnungen, Kameras, Videoanalysen und Benutzerrechte. Leistungsfähige Plattformen gehen heute deutlich weiter: Sie binden zusätzliche Sensoren und Sicherheitssysteme ein und übernehmen damit zunehmend Aufgaben eines Physical Security Information Management Systems — kurz PSIM.
Ein PSIM-orientierter Ansatz verbindet Informationen aus verschiedenen Sicherheitsgewerken und stellt sie in einem gemeinsamen operativen Kontext dar. Ein Zaunalarm, eine Radarerfassung und die Klassifikation einer Person durch Videoanalyse werden nicht als drei einzelne Meldungen behandelt, sondern als zusammengehöriges Ereignis.
So entsteht aus einzelnen technischen Meldungen ein bewertbares Lagebild.
Eine Plattform für Kameras, Sensoren und autonome Systeme
Je nach Aufgabenstellung integrieren wir unter anderem:
Offene Schnittstellen, standardisierte Protokolle und herstellerspezifische Integrationen ermöglichen es, bestehende Komponenten weiterzuverwenden und die Sicherheitsarchitektur schrittweise auszubauen.
So kann ein automatisierter Sicherheitsprozess aussehen
Ein Perimetersensor erkennt außerhalb der Betriebszeiten eine Bewegung an einem besonders geschützten Zaunabschnitt. Das Sicherheitsmanagementsystem führt daraufhin automatisch mehrere Schritte aus:
- 1Der betroffene Bereich wird auf der Lagekarte hervorgehoben.
- 2Benachbarte PTZ- und Wärmebildkameras fahren auf die Ereignisposition.
- 3Videoanalyse, Radar oder LiDAR prüfen, ob es sich um eine Person, ein Fahrzeug oder eine andere Ursache handelt.
- 4Die Aufzeichnungsqualität der relevanten Kameras wird erhöht.
- 5Der Leitstelle werden Livebilder, Sensorinformationen und der definierte Maßnahmenplan angezeigt.
- 6Beleuchtung, Lautsprecherdurchsagen oder weitere Ausgänge können aktiviert werden.
- 7Bei entsprechender Integration kann ein Sicherheitsroboter oder eine Drohne zur Ereignisposition entsandt werden.
- 8Wird der Alarm nicht innerhalb eines vorgegebenen Zeitfensters bearbeitet, erfolgt eine automatische Eskalation.
- 9Alle Meldungen, Bedienhandlungen und Videosequenzen werden nachvollziehbar dokumentiert.
Welche Schritte vollständig automatisiert und welche erst nach Freigabe durch einen Operator ausgeführt werden, wird anhand des Risikos, der betrieblichen Prozesse und der regulatorischen Anforderungen festgelegt.
Automatisierung entlastet die Leitstelle
Besonders die großen Plattformen ermöglichen komplexe, ereignisgesteuerte Abläufe. Dabei können Zeitpläne, Sensorzustände, Videoanalyse, Zutrittsereignisse und externe Daten miteinander kombiniert werden. Typische Automatisierungen sind:
Alarmqualifizierung
Ein Alarm wird erst ausgelöst, wenn beispielsweise Zaunsensorik und Videoanalyse übereinstimmende Ereignisse melden.
Automatische Kameraaufschaltung
Kameras werden abhängig von Ereignisposition und Blickrichtung aufgeschaltet oder auf eine PTZ-Position bewegt.
Dynamische Aufzeichnung
Bildrate, Auflösung oder Aufzeichnungsprofil werden im Ereignisfall angepasst.
Aktive Intervention
Beleuchtung, Sirenen, Lautsprecherdurchsagen oder digitale Ausgänge werden angesteuert.
Eskalation und Benachrichtigung
Meldungen werden rollen-, zeit- und prioritätsabhängig an Leitstelle, Werkschutz oder externe Stellen weitergegeben.
Roboter- und Drohneneinsatz
Autonome oder teilautonome Systeme können zur Verifikation und Lageerkundung disponiert werden.
Geführte Maßnahmenpläne
Operatoren erhalten abhängig vom Ereignistyp konkrete Arbeits- und Prüfschritte.
Systemüberwachung
Geräteausfälle, Speicherprobleme oder unterbrochene Verbindungen werden erkannt und weitergemeldet.
Dokumentation und Reporting
Ereignisverlauf, Reaktionszeiten und Bedienhandlungen werden automatisch protokolliert.
Genetec unterstützt beispielsweise kombinierte Auslöser wie Videoanalyse und LiDAR-Erfassung sowie automatisierte Geräte- und Wartungsprozesse. Mit Genetec Mission Control lassen sich zusätzlich standardisierte Maßnahmenpläne und koordinierte Incident-Workflows abbilden. Genetec Automation, Genetec Mission Control
Auch Milestone XProtect verfügt über eine zentrale Rule Engine. Ereignisse von Kameras, Sensoren und über die MIP-Plattform angebundenen Fremdsystemen können damit Benachrichtigungen, Kameraaktionen, Aufzeichnungen oder externe Funktionen auslösen. Milestone XProtect Rule Engine
Unsere Plattformen
Genetec Security Center On-Premises
Genetec Security Center ist eine umfassende Unified-Security-Plattform. Videoüberwachung, Zutrittskontrolle, Kennzeichenerkennung, Kommunikation, Einbruchmeldetechnik und weitere Sicherheitssysteme können in einer gemeinsamen Umgebung betrieben werden.
- —kritische Infrastrukturen und Hochsicherheitsbereiche
- —Industrie-, Logistik- und Produktionsstandorte
- —Flughäfen, Verkehrsbetriebe und öffentliche Einrichtungen
- —große Campus- und Multi-Site-Umgebungen
- —Leitstellen mit komplexen Alarm- und Maßnahmenprozessen
- —Organisationen mit hohen Anforderungen an Datenhoheit und lokale Verfügbarkeit
Über das Partnerökosystem, SDKs und spezialisierte Module lassen sich unter anderem Radar, LiDAR, Zaunsensorik, Drohnenerkennung, Roboter und autonome Drohnen anbinden. Genetec RSA Surveillance führt unterschiedliche Perimetersensoren zusammen und kann Ziele auf Karten darstellen sowie Kameras automatisch nachführen. Genetec Security Center, RSA Surveillance, Cobalt-Robotics-Integration, Drone Dispatcher
Genetec Security Center SaaS
Security Center SaaS stellt die Unified-Security-Funktionen als skalierbare Cloud-Plattform zur Verfügung. Möglich sind vollständige Cloud-, Hybrid- und schrittweise Migrationsmodelle. Bestehende Kameras und lokale Systeme können über Cloud-managed Appliances und Edge-Komponenten eingebunden werden.
- —Unternehmen mit vielen verteilten Standorten
- —Filial-, Logistik- und Standortnetze
- —schnell wachsende Organisationen
- —Kunden mit begrenzten lokalen IT-Ressourcen
- —zentrale Sicherheitsorganisationen mit Remote-Administration
- —Unternehmen, die planbare, nutzungsabhängige Betriebskosten bevorzugen
Updates, Administration und der Rollout neuer Standorte werden vereinfacht. Video kann — abhängig vom Lösungskonzept — lokal, am Edge, in der Cloud oder kombiniert gespeichert werden. Datenhaltung, Aufbewahrungsdauer, Bandbreite und Ausfallszenarien werden projektspezifisch geplant. Genetec Security Center SaaS
Milestone XProtect
Milestone XProtect ist eine offene, videozentrierte Managementplattform mit einer sehr breiten Unterstützung von Kameras, Sensoren, Analyseanwendungen und Drittanbieterlösungen. Über die Milestone Integration Platform können spezialisierte Systeme und eigene Anwendungen eingebunden werden.
- —herstellergemischte Kameralandschaften
- —den Ausbau bestehender Videoanlagen
- —Unternehmen mit einem Best-of-Breed-Ansatz
- —mittlere bis sehr große Installationen
- —verteilte und zentral verwaltete Standorte
- —Anwendungen mit individuellen Analyse- oder Integrationsanforderungen
Die Varianten Express+, Professional+, Expert und Corporate decken unterschiedliche Größen- und Verfügbarkeitsanforderungen ab. Drohnenvideo kann über geeignete Treiber und Partnerintegrationen wie eine normale Videoquelle aufgenommen werden; weitergehende Integrationen ermöglichen auch automatisierte Drone-in-a-Box-Einsätze bei Perimeteralarmen. XProtect-Produktvergleich, Drohnenintegration in XProtect
Bosch BVMS
Bosch BVMS bietet eine besonders tiefe Integration von Bosch-Kameras, Videoanalyse, Aufzeichnung und Bosch-Sicherheitssystemen. Hinzu kommen Alarmmanagement, Lagekarten, ONVIF-Unterstützung und Integrationsmöglichkeiten zu Zutritts-, Einbruchmelde- und übergeordneten Managementsystemen.
- —Büro- und Verwaltungsgebäude
- —Produktions- und Lagerstandorte
- —kommunale Einrichtungen
- —lokal betriebene Videoanlagen
- —Projekte mit Bosch-Kameras und DIVAR-IP-Systemen
- —Anlagen mit besonderen Anforderungen an lokale Ausfallsicherheit
BVMS ist grundsätzlich auch in größeren und verteilten Architekturen einsetzbar. Seine Stärke liegt insbesondere im Zusammenspiel mit dem Bosch-Portfolio sowie in der integrierten Resilienz von Kamera, Recording und Management. Bosch BVMS im Überblick
AXIS Camera Station Edge
AXIS Camera Station Edge ist eine leicht administrierbare Camera-to-Cloud-Lösung für kleinere und mittlere, überwiegend Axis-basierte Systeme. Ein klassischer lokaler VMS-Server ist nicht erforderlich. Aufzeichnungen können auf Edge-Speichern beziehungsweise Axis-Recordern erfolgen und optional um Cloud-Speicherung ergänzt werden.
Die Plattform unterstützt Livebild, Recherche, Videoexport, Alarmbenachrichtigungen und Axis Object Analytics. Ereignisse können außerdem Axis-Gerätefunktionen wie Audio, Lichtsignale oder Ausgänge ansteuern. Pro Site werden laut Axis bis zu 150 Videoquellen unterstützt. Für komplexe, herstellerübergreifende PSIM-Prozesse sind dagegen Genetec oder Milestone die geeignetere Basis. AXIS Camera Station Edge, technische Dokumentation
- —einzelne Gewerbe- und Bürostandorte
- —kleinere Filialen und Handelsflächen
- —Praxen, Werkstätten und kleinere Lager
- —dezentrale Standorte ohne eigene IT-Infrastruktur
- —Axis-basierte Kamera-, Intercom-, Audio- und Analyselösungen
Welche Lösung passt zu welchem Einsatz?
Technische Planung durch AMBOS
Die Auswahl einer Plattform richtet sich nicht allein nach der Anzahl der Kameras. Entscheidend sind unter anderem:
ONVIF und RTSP ermöglichen häufig eine grundlegende Videoanbindung. Für Videoanalyse-Metadaten, Lageinformationen, PTZ-Nachführung oder bidirektionale Steuerungsfunktionen werden jedoch oft herstellerspezifische Treiber, APIs oder zertifizierte Plug-ins benötigt. Deshalb prüfen wir relevante Integrationen frühzeitig und verifizieren kritische Funktionen im Rahmen eines Proof of Concept.
- Anzahl und Typ der Standorte, Kameras und Sensoren
- erforderliche Integrations- und Automatisierungstiefe
- Auflösung, Bildrate, Codec und Aufbewahrungsdauer
- Bandbreite zwischen Standorten, Edge und Cloud
- Hochverfügbarkeit, Redundanz und Offline-Betrieb
- Datenschutz, Rollen- und Berechtigungskonzepte
- vorhandene Kameras und Sicherheitsanlagen
- notwendige Schnittstellen, Treiber und Lizenzen
- Anforderungen an Alarmbearbeitung und Dokumentation
- Skalierbarkeit und zukünftige Erweiterungen
Von der Konzeption bis zum sicheren Betrieb
Wir begleiten den gesamten Lebenszyklus der Lösung:
So entsteht keine isolierte Videoanlage, sondern eine zukunftsfähige Sicherheitsplattform, die Menschen, Sensoren und automatisierte Systeme wirkungsvoll miteinander verbindet.
Welche Plattform passt zu Ihrer Sicherheitsaufgabe?
Ob lokale Hochsicherheitslösung, hybride Multi-Site-Architektur oder kompakte Camera-to-Cloud-Installation: Wir entwickeln gemeinsam mit Ihnen ein System, das zu Ihren Risiken, Prozessen und vorhandenen Komponenten passt.